Geschichte in Halle

Traditionelle Wurzeln des Schützenwesen in der Stadt Halle

Die traditionellen Wurzeln des Schützenwesens in Halle lassen sich bis 1482 zurückverfolgen. Derzeit diente das Vogelschießen als Schießübung der adligen Repräsentation. Bereits seit Mitte des 15. Jahrhunderts waren in Halle die Bürger in Armbrust- und Büchsenschützengesellschaften organisiert. Auf den von Anfang an stattfindenden Schützenfesten, sowohl kleineren Umfangs, als auch zu den großen Schützenfesten wurde auf hölzernen so genannten Spanvogel geschossen und ein Schützenkönig ermittelt. Das Land- und Spanvogelschießen von 1601 organisierte die Armbrustgesellschaft der Stadt Halle. Das Fest dauerte 7 Tage und es nahmen 322 Schützen daran teil. Zur Abschlussfeier in der Ratswaage wurde rheinischer Wein, Torgauer Bier, Kuchen und Konfekt gereicht. Übrigens nahmen als offizielle Vertreter der Obrigkeit der Vizekanzler des Erzstiftes und der Hauptmann der Moritzburg teil. Auch die Stadt Leipzig schickte einen offiziellen Vertreter. Später bildeten sich Schützengesellschaften, Gilden und andere Vereinigungen, in denen nicht nur der Adel, sondern auch das Bürgertum das Schützenwesen pflegte und ihr Brauchtum an nachfolgende Generationen weitereichte. Damit ist die Stadt Halle, die sich als Universitäts-, Kunst- und Kulturstadt einen guten Namen machte, über die Jahrhunderte von Schützenvereinigungen unterschiedlichster Motivation und Zielstellungen begleitet worden. Dieser kurze Auszug aus der Geschichte des Schützenwesen der Stadt Halle zeigt, wie weit in unserer Heimatstadt die Tradition des Schützenwesens im Allgemeinen und der Schützenfeste im Besonderen zurück reicht.

Ein Ende schießsportlicher Traditionen brachte der zweite Weltkrieg. Während der Schießsport in Ost und West in den 50erJahren Wiederbelebung erfuhr, schenkte die DDR der Traditionspflege des deutschen Schützenwesens wenig Beachtung. Der Schießsport wurde unter staatliche Obhut gestellt und politischen Zielen untergeordnet. Dieser Sport erhielt im Schützenverband der DDR, im Sportverein Dynamo, im Armeesportklub und in der Gesellschaft für Sport &Technik (GST) besondere Förderung, die sehr gute Sportschützen, Übungsleiter und Kampfrichter hervorbrachte. In der Wendezeit 1989/1990 erteilte der damalige GST Kreisverband Halle-Neustadt seinen Mitgliedern den Auftrag das sportliche Schießen in Halle-Neustadt durch die Gründung eines Schützenvereins zu erhalten.

Die Gründung des Schützenvereins Halle-Neustadt e.V.

Am 9. März 1990 auf der Grundlage neuer Gesetze gründeten 38 interessierte Bürgerinnen und Bürger in der Bauernstube in Halle-Neustadt den Schützenverein Halle-Neustadt e.V., der mit der amtlichen Registrierung im Vereinsregister am 11. Mai 1990 Rechtsfähigkeit und auch die Anerkennung als gemeinnütziger Verein erlangte. Damit war unser Schützenverein der erste Verein in unserer Heimatstadt und einer der ersten im Lande Sachsen-Anhalt. Unter dem 1. Vereins- und später Ehrenvorsitzenden Kurt Thormann wurden die Inhalte und Ziele des Vereins satzungsgemäß umgesetzt. Brauchtum und Traditionen des Schützenwesens erhielten wieder einen Stellenwert im Vereinsleben, der Schießsport erfolgte in Übereinstimmung mit der olympischen Charta. Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war die Übernahme der Vereinsfahne “Vereine ehemaliger Jäger und Schützen Halle an der Saale” im Jahre 1991, die Bürgerschützen zu Wesel über Jahrzehnte in Verwahrung hatten.

Heute ist der Schützenverein Halle-Neustadt e.V. gesellschaftlich und kulturell fest in das Leben der Stadt Halle eingebunden. Sportliche Erfolge, Traditionspflege und die Teilnahme an gesellschaftlichen Höhepunkten der Region festigen und heben das Ansehen unseres Vereins.